mobile icon
Wissensaustausch

Digitale Medien verändern auf fundamentale Art und Weise den Umgang mit Wissen. Viele wissensbezogene Informationen stehen offen und frei verfügbar im Netz und können schnell und einfach mit anderen Menschen geteilt werden. Bekannte Videoportale und soziale Netzwerke haben sich dabei zur zentralen Anlaufstelle für wissensbezogene Prozesse wie Lernen und den Austausch von Wissen entwickelt. Die beteiligten Personen bewerten die Informationen, die sie in solchen Umgebungen finden, gleichen die Informationen mit bestehendem Wissen und Einstellungen ab und handeln auf dieser Basis (z.B. indem sie selbst Inhalte kommunizieren und produzieren).


Die Arbeitsgruppe Wissensaustausch untersucht die technischen, kognitiven und sozialen Rahmenbedingungen für gelingenden Wissensaustausch. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, wie dynamische (d.h. sich permanent verändernde) Informationen wahrgenommen und in bestehende Wissensrepräsentationen integriert werden. In einem zweiten Schwerpunkt erforscht die Arbeitsgruppe gemeinsam mit Bildungswissenschaftlern und Informatikern, wie sich eine automatische, technische Aufbereitung von Lernmaterial auf die Wahrnehmung und den Wissenserwerb von Lernenden auswirkt. Ein dritter Schwerpunkt schließlich befasst sich mit der Frage, welche technischen und psychologischen Faktoren dazu führen, dass Individuen im Wissensaustausch aktiv partizipieren.

                                       

Projekte

Determinanten der Peer-Produktivität in Online-Diskussionsforen

Digitale Angebote, in denen Menschen in ihrer Freizeit Wissen austauschen (z.B. Online-Diskussionsforen, Twitter, Facebook) würden ohne Peer-Produktivität gar nicht existieren. Obwohl die Produktivität so wichtig zum Erhalt von Communities ist, sind die Bedingungen, die zu mehr Produktivität oder zu besserem Lernen führen, wenig erforscht. Das Ziel dieses Projekts ist es, zu untersuchen, welche Faktoren die Produktivität in verschiedenen Online-Foren und Plattformen vorantreiben.

Die Effekte von Touch-Technologien auf die Bewertung von Stimuli

Dieses Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, ob sich die Verwendung von Touch-Technologien auf die Bewertung verschiedener, präsentierter Inhalte auswirkt. Hierzu wird in einer Reihe von Studien versucht, die Auswirkungen von Touchscreens sowohl auf Text- als auch Bildmaterialen genauer zu betrachten und die zugrundeliegenden Prozesse auftretender Effekte genauer zu ergründen. 

Die Rolle von Metakognition bei der Verbreitung und Verarbeitung von Informationen

Wissen Menschen um ihr eigenes Wissen? Und welche Auswirkungen hat dies auf ihr Erleben und Verhalten? Dieses Projekt untersucht den Einfluss von Metakognition auf zentrale kognitive Prozesse wie Eindrucks- und Urteilsbildung sowie die Entstehung von Überzeugungen. Insbesondere steht dabei die Frage im Mittelpunkt inwieweit sich eine Einsicht in das eigene (Nicht-) Wissen auf den Ebenen von Informationssuche (z.B. Wahl eines bestimmten Mediums), Informationsverarbeitung (z.B. Polarisierung, Bewertung der Glaubwürdigkeit) und letztlich auch auf der Handlungsebene (z.B. Verbreitung von Informationen über Medien) auswirkt.

Gemeinsame Wissensgrundlage von Mensch und künstlichen Agenten

Künstliche Agenten werden eine immer alltäglichere Erscheinung. Persönliche Assistenten wie Siri oder Alexa helfen ihren Besitzerinnen und Besitzern beim Organisieren des Alltags. Im virtuellen Raum unterstützen Bots bei der Navigation auf Webseiten und verfassen gar einen relevanten Teil der Beiträge in sozialen Netzen. In diesem Projekt wird untersucht, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kommunikation zwischen solchen künstlichen Agenten und ihren Nutzerinnen und Nutzern erfüllt sein müssen.

Psychologische Determinanten der Risikowahrnehmung in Bezug auf Künstliche Intelligenz

Kaum ein Gesellschaftsbereich wird so stark mit Chancen und Risiken verbunden wie Künstliche Intelligenz (KI). In diesem Projekt wird untersucht, wie Menschen die Risiken von KI wahrnehmen, und wie solche Einschätzungen mit psychologischen Faktoren wie dem Vorwissen und der Urteilssicherheit zusammenhängen. Die Auswirkungen der Risikowahrnehmung auf das Verhalten werden dabei ebenso adressiert wie die Möglichkeiten, das Bewusstsein für Risiken durch Interventionen zu schärfen.

Spuren in Videoportalen: Das Potenzial von nutzergenerierten Daten für die Gestaltung von effektiven Lehr-Lernvideos

Videos spielen eine immer bedeutendere Rolle bei der Vermittlung von Wissen in nahezu allen Bildungsbereichen (Schule, Hochschule, Weiterbildung). Auf Videoportalen können Lernende bereits erworbenes Wissen vertiefen und erweitern und hinterlassen dabei Spuren, wie Pausen oder Sprünge im Video. Dieses Kooperationsprojekt erforscht wie solche Nutzungsdaten zusammen mit der pädagogisch-psychologisch sinnvollen automatisierten Aufbereitung von Videos eingesetzt werden können, um Videoportale nutzeradaptiv und lernwirksam zu gestalten.

Wie lesen wir Comics? – Verstehensprozesse in visuellen Erzählungen

Erzählungen kommunizieren Informationen auf vielfältige Art, beispielsweise in Büchern, Hörspielen, Filmen oder aber visuellen Erzählungen wie Comics. Während es umfangreiche Forschung zum Text- oder Filmverständnis gibt, ist über Comicverständnis noch wenig bekannt. Visuelle Erzählungen bieten jedoch vielfältige Möglichkeiten zur Wissensvermittlung in formellen und informellen Bildungskontexten. Das Projekt widmet sich daher der Frage, wie visuelle Erzählungen wie Comics verstanden und verarbeitet werden.