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Wissenskonstruktion

Die Arbeitsgruppe Wissenskonstruktion befasst sich mit der Analyse von Prozessen des individuellen Lernens im Zusammenspiel mit kollektiver Wissenskonstruktion, bei der eine Gruppe gemeinsam interaktive digitale Medien nutzt, um neues Wissen zu entwickeln und zu verarbeiten. Dabei beschäftigt sich die Arbeitsgruppe insbesondere mit Wissenskonstruktion im Kontext der Kollaboration relativ großer Gruppen, wie in der Online-Enzyklopädie Wikipedia, in Citizen-Science-Communities oder in Online-Foren. Bezüglich der inhaltlichen Aspekte der untersuchten Wissenskonstruktionsszenarien wird ein breites Spektrum an Themen adressiert, das von naturwissenschaftlichen Inhalten bis zu medizinischen, historischen, politischen und aktuellen gesellschaftlichen Themen reicht.


Die Arbeitsgruppe bündelt ihre Projekte in den drei Themenschwerpunkten Wissenskonstruktion im Internet, Wissenskonstruktion in der Gesundheits- und Wissenschaftskommunikation und Wissenskonstruktion in der Hochschulbildung. Dabei zielt sie in ihrem Erkenntnisgewinn insbesondere auf die Praxisfelder Wissensbezogene Internetnutzung sowie Lehren und Lernen mit digitalen Medien in der Hochschule.

Team Wissenskonstruktion

Projekte

Collaborative Biases

Lassen sich Verzerrungen in der Informationsverarbeitung, die wir aus der Forschung mit Individuen kennen, auch in kollaborativ produzierten Web-Inhalten wiederfinden? Wird beispielsweise die „eigene“ Gruppe in Wikipedia-Artikeln über einen internationalen Konflikt (z.B. die Ukraine im ukrainischen Artikel über die Krimkrise und Russland im russischen Artikel über die Krimkrise) systematisch besser dargestellt?

Der Einfluss der sozialen Identitätsintegration auf Wohlbefinden, Leistung und Informationsverhalten

Das Projekt untersucht die Integrationsprozesse von Menschen, die mehrere soziale Identitäten besitzen, weil sie Mitglied mehrerer relevanter Gruppen sind. Soziale Identitäten können dabei mehr oder weniger integriert sein im Selbstkonzept. Untersucht wird, wie sich die Integration sozialer Identitäten auf das Wohlbefinden, auf den Einfluss von Stereotypen und auf den Umgang mit Informationen aus verschiedenen Gruppenbereichen auswirkt.

Digital Learning Map 2020| Erfolgsfaktoren und Vernetzungsstrategien für digitale Hochschulbildung

Das Projekt LearnMap wertet empirische Studien zur Wirksamkeit digitaler Lehr-/Lern-Arrangements in der Hochschule aus und entwickelt darauf aufbauend ein praxisorientiertes Rahmenmodell. Dieses Modell ermöglicht es, den Einsatz von digitalen Medien in der Hochschullehre aus einer lernpsychologischen Sicht zu beschreiben, die Wirksamkeit zu bewerten und dadurch den Austausch zwischen Lehrenden und Forschenden zu fördern. Nationale Projekte, Produkte und Konzepte im Bereich der digitalen Hochschullehre werden anhand des Rahmenmodells kartographiert.

Einfluss unterschiedlicher Repräsentationen wissenschaftlicher Informationen auf Wissen und Einstellungen

Im Rahmen dieses Forschungsprojekt wird untersucht, wie unterschiedliche Formen der Darstellung von Sachinformationen individuelles Wissen über und die Einstellung zu Füchsen beeinflussen. Insbesondere befasst sich das Projekt mit den Auswirkungen unterschiedlicher visueller und textlicher Darstellungen. Es untersucht, ob Emotionalisierung durch visuelle Methoden eine ähnliche Wirkung hat wie eine durch Textdarstellungen vermittelte Emotionalisierung.

Kollaborative Wissenskonstruktion in Wikipedia

Haben Sie schon einmal etwas auf Wikipedia nachgeschlagen? Oder vielleicht auch selbst etwas zu Wikipedia beigetragen? Das Web 2.0 verändert Prozesse der Wissenskonstruktion. Die Frage ist, wie auf Wikipedia eigentlich Wissen entsteht und welchen Einfluss der individuelle Internetnutzer wiederum auf die Entstehung dieses Wissens hat.

Medizinische Online-Plattformen als kognitive Schnittstellen: Der Einfluss individueller und technologischer Merkmale auf Lernen und die Verarbeitung komplexer medizinischer Informationen

Patienten und medizinisch interessierte Laien nutzen Onlineplattformen, um sich über bestimmte Krankheiten und medizinische Behandlungen zu informieren. Diese Internetangebote beinhalten ein breites Spektrum an Informationen unterschiedlicher Qualität und Reichhaltigkeit. Ein Darstellungsformat, das besonders geeignet ist, die Komplexität medizinischer Inhalte abzubilden, sind Videos über medizinische Eingriffe.

Metavorhaben „Digitalisierung im Bildungsbereich“ (Digi-EBF) – Sektor Lehrerbildung

Die Gestaltung und Nutzung von technologischen Entwicklungen und die Förderung digitaler Kompetenzen sind zentrale Handlungsfelder im Bildungsbereich. Im Metavorhaben „Digitalisierung im Bildungsbereich” (Digi-EBF) werden die Projekte der gleichnamigen BMBF-Förderlinie im „Rahmenprogramm Empirische Bildungsforschung“ begleitet. Der Fokus im Teilvorhaben des IWM liegt auf der Lehrerbildung. Das Portal e-teaching.org dient dabei als Plattform.

OpenTeach: Experimentalpsychologische Analyse offener digitaler Lehre

Im Projekt wird experimentelle Forschung zur Analyse offener digitaler Hochschullehre betrieben. Die Forschungsfragen befassen sich insbesondere mit der Öffnung medizinischer Lehre für weitere Disziplinen, der Öffnung der vorklinischen Lehre zur Praxis sowie der Öffnung der Lehre für den Diskurs unterschiedlicher Berufe.

Physiotherapieausbildung 2.0

Begleitend zur praktischen Ausbildung der Physiotherapeuten an der Berufsfachschule ulmkolleg wurde eine internetbasierte Lernplattform konzeptioniert und in die praktische Ausbildung implementiert. Diese Plattform stellt zugleich die Forschungsumgebung des Projekts dar. Ziel dieser Plattform ist es, die praktische Ausbildung am Patienten und den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler zu begleiten und zu unterstützen. Ferner werden Forschungsfragen im Bereich der kollaborativen Wissenskonstruktion und des individuellen Lernens über den gesamten Ausbildungsverlauf untersucht.

SALIENT: Search as Learning – Investigating, Enhancing and Predicting Learning during Multimodal Web Search

Das Internet ist nicht mehr wegzudenken, wenn es darum geht nach Informationen zu suchen. Eine solche Informationssuche kann man als selbstregulierten Lernprozess verstehen: Nutzerinnen und Nutzern des Internets ist einiges abverlangt, wenn sie aus dem, was man im scheinbar unendlichen Datenmeer findet, Wissen konstruieren. Das SALIENT-Projekt leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis von search as learning und entwickelt Methoden, um die Aneignung von Wissen durch das Internet mit Hilfe von Ranking- und Retrieval-Algorithmen zu unterstützen.

Smart Teaching Baden-Württemberg

Smart Teaching Baden-Württemberg begleitet als Forschungsprojekt zehn Digitalisierungsprojekte an Landeshochschulen. Es unterstützt eine nachhaltige Umsetzung der Projekte und dient der Generierung von Erkenntnissen über Erfolgsfaktoren und Hindernisse bei der Umsetzung von innovativen digitalen Entwicklungsprojekten. Um die erzielten praxisorientierten und wissenschaftlichen Erkenntnisse zugänglich zu machen, arbeitet das Projekt eng mit dem am IWM angesiedelten Informationsportal e-teaching.org zusammen.

Transfer evidenzbasierten und koproduzierten Wissens zur Mensch-Wolf-Koexistenz (KnowWolf)

Das Projekt untersucht, wie Barrieren des Wissenstransfers im Anwendungsfeld der Mensch-Karnivoren-Koexistenz überwunden werden können. Ziel ist es, ein digitales Transfer-Tool zu entwickeln, das neben der Medien- und Wissenschaftskompetenz auch auf emotionale Barrieren abzielt. Für das digitale Transfer-Tool sollen modulare Anwendungen mit Umfragen und Spielen auf Tablets an öffentlichen Orten im In- und Ausland eingesetzt werden.

WTimpact: Einfluss kollaborativer Wissensentwicklung auf Einstellung und emotionalen Bezug

Egal ob Schallplatten, Treuepunkte oder Gartenzwerge: Über 50 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sammeln irgendetwas. In Bürgerwissenschaftsprojekten, sogenannten Citizen Science-Projekten, sammeln Bürgerinnen und Bürger mittlerweile vermehrt Daten über z.B. Wildtiere oder Fledermäuse. Bisher ist allerdings wenig über die Erfolgsfaktoren dieser Projekte bekannt. Daher ist das Ziel des WTimpact Projektes, herauszufinden, wie man Bürgerwissenschaftsprojekte optimal gestalten kann.

Abgeschlossene Projekte

Abschlussarbeiten

Themen für Abschlussarbeiten

Die Arbeitsgruppe „Wissenskonstruktion“ untersucht, wie mit Unterstützung interaktiver digitaler Medien neues Wissen entsteht. Dabei werden vor allem solche Szenarien betrachtet, in denen Personen mittels eines geteilten digitalen Artefakts (beispielsweise in Wikis oder Online-Plattformen) miteinander interagieren. In der Arbeitsgruppe werden vor allem diejenigen kognitiven, motivationalen und sozialen Prozesse erforscht, die die Interaktion zwischen Individuum und Artefakt beeinflussen und die Wissenskonstruktion unterstützen. Für Abschlussarbeiten geeignete Themen können beispielsweise im Rahmen folgender Fragestellungen bearbeitet werden:

Lassen sich Verzerrungen in der Informationsverarbeitung, die aus der Forschung mit Individuen bekannt sind, auch in kollaborativ produzierten Web-Inhalten wiederfinden? Wird beispielsweise die eigene Gruppe in Wikipedia-Artikeln über internationale Konflikte systematisch besser dargestellt?

Wie beeinflussen unterschiedliche Formen der Darstellung von Sachinformationen individuelles Wissen über und die Einstellung zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen? Was sind dabei die Auswirkungen unterschiedlicher visueller und textlicher Darstellungen?

Wie verwenden Patienten und medizinisch interessierte Laien Onlineplattformen, um sich über bestimmte Krankheiten und medizinische Behandlungen zu informieren? Wie können Inhalte einer medizinischen Onlineplattform von Laien genutzt werden, um zu informierten Therapieentscheidungen zu kommen?

Wie kann kollaborative Wissensentwicklung im Zusammenspiel von Wissenschaft und Öffentlichkeit im Kontext von Citizen-Science-Projekten unterstützt werden? Was sind die Auswirkungen der kollaborativen Wissensentwicklung auf die Einstellung und den emotionalen Bezug der teilnehmenden Bürgerwissenschaftler/innen?

Ihr Anspechpartner ist: Herr Apl. Prof. Dr. Joachim Kimmerle