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Projekt

Der Einfluss von internaler Motivation zu vorurteilsfreiem Verhalten auf die Regulation von Vorurteilen

Arbeitsgruppe Soziale Prozesse

Laufzeit

Februar 2005 - Oktober 2008

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt beschäftigte sich mit der Selbstregulation vorurteilsfreien Verhaltens. Von Interesse war dabei, wie sich Misserfolg oder andere selbstregulativ dienliche Hinweise auf das Streben nach dem Ziel, sich vorurteilsfrei zu verhalten, auswirken. Die internale Motivation zu vorurteilsfreiem Verhalten wurde hierbei als ein besonders relevanter Faktor berücksichtigt.

Der erste Teil des Forschungsprojekts wandte die Theorie der Zielsysteme auf die Regulation von Vorurteilen an. Es wurde analysiert, wie motivationale Prozesse zu der Kontrolle von Vorurteilen in einem automatischen Selbstregulationsprozess beisteuern. Ergebnisse aus zwei Studien bestätigten die Vorhersagen, dass internale Motivation, sowohl gemessen als auch über subliminales Priming manipuliert, das Commitment zu dem Ziel, sich vorurteilsfrei zu verhalten steigert.

Der zweite Teil des Projektes hatte zum Ziel, den der internalen Motivation zugrundeliegenden selbstregulativen Prozess besser verständlich zu machen. Die Theorie der symbolischen Selbstergänzung sagt vorher, dass internale Motivation die Reaktion auf Misserfolg verändert. Beruhend auf dieser Annahme gehen wir davon aus, dass Misserfolg bei dem Versuch sich vorurteilsfrei zu verhalten bei internal motivierten Personen dazu führt, dass sie ihr Selbst als nicht vollständig wahrnehmen -ein aversiver Zustand. In einer Reihe von Experimenten wurde gezeigt, dass die erfolglose Regulation von Vorurteilen, im Vergleich zu Situationen ohne Misserfolg, mit steigender internaler Motivation zu (1) mehr negativem Affekt, (2) mehr Anstrengung in einer vorurteilsrelevanten Aufgabe (weniger Fehler in einer Reaktionszeitaufgabe) und (3) weniger vorurteilsbehaftetem Verhalten in folgenden Situationen führt. Außerdem konnte gezeigt werden, dass die Reaktionen nicht unspezifisch nach beliebigem Misserfolg auftreten, sondern wie erwartet nur nach Misserfolg bezogen auf vorurteilsfreies Verhalten.

Der dritte Teil des Projekts untersuchte den Einfluss von internaler Motivation in einem besonderen Fall vorurteilsbehafteten Verhaltens - der benevolenten Diskriminierung. Hier konnte gezeigt werden, dass hoch internal motivierte Individuen, aufgrund ihrer positiven Intention, anfälliger für das Ausüben benevolenter Diskriminierung sind. Jedoch führt ein höheres Ausmaß an internaler Motivation auch dazu, dass das eigene Verhalten rückblickend kritischer bewertet wird, wenn Informationen über die negativen Konsequenzen benevolenter Diskriminierung vorliegen. Dies führt wiederum dazu, dass die Tendenz benevolent zu diskriminieren abnimmt. Zusammengefasst legen die Befunde nahe, dass Misserfolg oder andere selbstregulativ dienliche Hinweise eine zentrale Rolle in der Regulation vorurteilsfreien Verhaltens spielen, insbesondere für hoch internal motivierte Individuen.

Publikationen

  • Fehr, J., Sassenberg, K., & Jonas, K. J. (2012). Willful stereotype control: The impact of internal motivation to respond without prejudice on the regulation of activated stereotypes. Zeitschrift für Psychologie – Journal of Psychology, 220(3), 180-186.
  • Fehr, J., & Sassenberg, K. (2010). Willing and able: How internal motivation and failure help to overcome prejudice. Group Processes & Intergroup Relations, 13(2), 167-181.
  • Fehr, J., & Sassenberg, K. (2009). Intended and unintended consequences of internal motivation to behave nonprejudiced - The case of benevolent discrimination. European Journal of Social Psychology, 39 (6), 1093-1108.