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Projekt

Ubiquitous Working: Herausforderungen und Chancen der vernetzten Arbeitswelt

ArbeitsgruppeWissenskonstruktion
Laufzeit

04/2014 - 09/2018

Förderung

Leibniz-Gemeinschaft (SAW-Mittel), IWM-Haushaltsmittel

Projektbeschreibung

Zunehmende Vernetzung und Virtualisierung erlauben die Ablösung der Arbeit vom Arbeitsplatz im Betrieb. Aus der Rechnerallgegenwart erwächst so eine Allgegenwart der Arbeit – Ubiquitous Working (UW). Diverse Forschungsbereiche beschäftigen sich bereits mit den Auswirkungen dieser modernen Arbeitsform auf die Gesundheit, auf soziale Aspekte und auf die Work-Life-Balance der Ubiquitous Worker. Bisher gibt es allerdings wenig Forschung dazu, wie sich UW auf andere psychologische Variablen, wie beispielsweise auf die Kognition oder Arbeitsleistung auswirkt.

Abbildung 1
Ubiquitous Working

Die stete technologische Weiterentwicklung ermöglicht es, heutzutage unabhängig von Zeit und Raum auf Informationen zugreifen zu können. Dank mobiler Geräte wie Notebooks, Smartphones oder Tablets und einer ständigen Internetverbindung ist auch die ständige Verbindung zum Arbeitsplatz möglich. Diese flexiblen Formen der Arbeitsgestaltung bringen es mit sich, dass Mitarbeiter an wechselnden Orten und in verschiedenen Umgebungen arbeiten – von Zuhause, im Park oder im Café. Bisher ist noch wenig über die Auswirkungen wechselnder Arbeitsorte auf die Arbeitsleistung und auf kognitive Prozesse bekannt. Die grundlegende Verschiebung der Arbeit, weg von sorgfältig geplanten Büro-Umgebungen, hin zu wechselnden Arbeitsorten, die nicht zum Arbeiten konzipiert wurden (wie zum Beispiel im Zug oder im Hotel), erfordert es, zu verstehen wie und unter welchen Umständen die Arbeitsumgebung die Arbeitsleistung und Kognition beeinflusst. Flexible und ortsunabhängige Arbeitsmodelle verlangen, dass Ubiquitous Worker in jeder Umgebung dieselbe Leistung und dasselbe Arbeitsverhalten zeigen. Aber ist das überhaupt möglich? Und wenn nicht in jeder Umgebung dieselbe Leistung gezeigt werden kann, machen ortsunabhängige Arbeitsmodelle wie UW dann überhaupt Sinn? Oder können diese umgebungsabhängigen Leistungsunterschiede vielleicht sogar von Vorteil sein und genutzt werden, um das Arbeitsverhalten zu beeinflussen und bestimmte Arten kognitiver Verarbeitung zu erleichtern?


Um diese Fragen zu beantworten, werden die Kognition und das Arbeitsverhalten von Ubiquitous Workern im Labor und auch im Rahmen quasi-experimenteller Studiendesigns untersucht. Im Labor werden typische und untypische Arbeitsumgebungen mithilfe virtueller 3D-Umgebungen simuliert, um Störvariablen (wie Temperatur, Geräusche oder Licht) kontrollieren zu können. Im Feld soll untersucht werden, ob sich die Ergebnisse aus dem Labor in reale Alltagssituationen übertragen lassen, beispielsweise mithilfe einer Smartphone App, die das Verhalten und Charakteristiken von Ubiquitous Workern und deren Arbeitstätigkeiten über einen längeren Zeitraum aufzeichnet (UbiWork Diary App).

Abbildung 2
UbiWork Diary App

Das interdisziplinäre Forschungsnetzwerk betrachtet die unterschiedlichen Dimensionen des UW aus den Perspektiven der beteiligten Disziplinen - der Ökonomie, der Medienpsychologie, der Arbeitspsychologie, der Arbeitsmedizin und der Soziologie. Ziel ist es, praktische Implikationen für einen sinnvollen Einsatz von ortsunabhängigen, flexiblen Arbeitsformen zu formulieren.

Kooperationen

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim

Leibniz-Institut für Arbeitsforschung (IfADo), Dortmund

Freie Universität Amsterdam, NL

Universität Amsterdam (UvA), NL

Universität Mannheim

Mannheim Institute of Public Health (MIPH)

Publikationen

Moskaliuk, J., Burmeister, C. P., Landkammer, F., Renner, B., & Cress, U. (2017). Environmental effects on cognition and decision making of knowledge workers. Journal of Environmental Psychology, 49, 43-54. https://dx.doi.org/10.1016/j.jenvp.2016.12.001

Renner, B., Moskaliuk, J., & Cress, U.  (2014). Ubiquitous Working – Chancen & Risiken für die Wissensarbeit. Wissensmanagement – Das Magazin für Führungskräfte, 8, 8-10.

Webseite

Projektwebseite: UbiWork