mobile icon
Projekt

wahrnehmung multimodaler ereignisse

ArbeitsgruppeRealitätsnahe Darstellungen
Laufzeit1/2016 - offen
FörderungIWM-Haushalt
Projektbeschreibung

Multimodale Informationen können die Wahrnehmung und Interpretation visueller Ereignisse verändern. Beispielsweise führt ein synchron dargebotener Ton oder taktiler Reiz dazu, dass ein Event als zwei voneinander abprallende Scheiben interpretiert wird, das ohne Ton als zwei aneinander vorbeigleitende Scheiben interpretiert werden würde. Die theoretische Erklärung hinter diesem Mechanismus ist umstritten; in der Literatur werden zurzeit sowohl kognitive Theorien (z.B. Bildung von Inferenzen) als auch perzeptuelle Theorien (z.B. veränderte Wahrnehmungsprozesse) diskutiert.


Im Projekt Wahrnehmung multimodaler Ereignisse wird untersucht, inwieweit tatsächlich frühe visuelle Wahrnehmungsprozesse durch multimodale Ereignisse beeinflusst werden und ob dieser Einfluss Veränderungen im späteren visuellen Eindruck erklären kann. Es zeigt sich, dass multimodale Ereignisse, eine illusorische Fehlwahrnehmung der Relationen zwischen einzelnen visuellen Objekten auslösen können. Da dies eher auf physikalische Attribute der multimodalen Ereignisse als auf ihre semantische Bedeutung zurückgeführt werden kann, sprechen diese Befunde zugunsten der perzeptuellen Theorien.

Kooperationen

Prof. Dr. Brian Scholl, Yale University, New Haven, CT, USA
Prof. Dr. Satoru Suzuki, Northwestern University, Evanston, IL, USA
Prof. Dr. Christian Frings, Universität Trier, Germany

Publikationen

Meyerhoff, H. S., & Scholl, B. J. (2018). Auditory-induced bouncing is a perceptual (rather than a cognitive) phenomenon: Evidence from illusory crescents. Cognition, 170, 88-94. https://dx.doi.org/10.1016/j.cognition/2017.08.007

Meyerhoff, H. S., Merz, S., & Frings, C. (2018). Tactile stimulation disambiguates the perception of visual motion paths. Psychonomic Bulletin & Review, 25, 2231-2237. https://dx.doi.org/10.3758/s13423-018-1467-0 [Data]

Meyerhoff, H.S., & Suzuki, S. (2018). Beep, be-, or –ep: The impact of auditory transients on perceived bouncing/streaming. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance, 44(12), 1995-2004. https://dx.doi.org/10.1037/xhp0000585 [Data]