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Projekt

Unterstützung metakognitiver-Prozesse während des Lernens mit multiplen Repräsentationen

ArbeitsgruppeMultiple Repräsentationen
Laufzeit11/2014-04/2018
FörderungIWM-Haushaltsmittel
Projektbeschreibung

In Lernsituationen, wie z.B. in der Schule, ist es von großer Bedeutung sich über den eigenen Wissenstand und das Lernziel bewusst zu sein, um das Lernverhalten im Hinblick auf dieses Lernziel steuern zu können. Eine akkurate Einschätzung des eigenen Wissenstandes fällt Lernenden allerdings nicht leicht. Dieses Projekt beschäftigte sich daher mit der Frage, wie Lernende unterstützt werden können,  sich selbst akkurat einzuschätzen und darauf aufbauernd ihr Lernverhalten zielorientiert zu regulieren.


Durch die zunehmende Verfügbarkeit an eigenverantwortlichen Lerngelegenheiten wird die Fähigkeit, das eigene Lernen selbst regulieren zu können, immer wichtiger. Um das eigene Lernverhalten effektiv in Bezug auf ein Lernziel zu regulieren, ist eine akkurate Überwachung der eigenen Lernprozesse und eine akkurate Einschätzung des Zielerreichungsgrades notwendig (selbst-reguliertes Lernen, Bjork, Dunlosky & Kornell, 2013). Lernende sind jedoch oft nicht in der Lage, akkurate Einschätzungen über ihren Wissensstand abzugeben und neigen eher dazu, ihren Wissenstand zu überschätzen. Inakkurate Überwachungsprozesse können zu einer ungeeigneten Regulation des Lernverhaltens führen. Das bedeutet, dass Lernende z.B. zu schnell aufhören, einen bestimmten Lerninhalt zu lernen oder sich gegen die erneute Auseinansersetzung mit einem Lernmaterial entscheiden, obwohl sie es noch nicht richtig verstanden haben. Aufgrund dessen kann eine misslungene Selbstregulation beim Lernen zu schlechten Lernergebnissen führen. Bisherige Forschung hat gezeigt, dass eine generative Aufgabe nach dem Lernen z.B. das Generieren von Schlüsselwörtern, das Erstellen von Zusammenfassungen oder das Vervollständigen von Schaubildern  Selbsteinschätzungen und Regulationsprozesse verbessert. Eine solche generative Aufgabe erfordert den Abruf und die Anwendung der gelernten Information und Lernende erhalten so Informationen über ihren Wissensstand.


In diesem Projekt wurde untersucht, inwiefern sich eine generative visuell-räumliche Aufgabe (Zeichnen) nach dem Lernen aus erklärendem Text positiv auf die Einschätzungen von Lernenden bezüglich ihres Wissenstandes (Überwachungsprozesse), ihr weiteres Lernverhalten (Regulationsprozesse) und ihren Lernerfolg auswirkt. Die empirischen Befunde zeigten unterschiedliche Ergebnisse: Während die Zeichenaufgabe in einer ersten Untersuchung poitive Effekte auf die Einschätzung des Wissensstandes hatte, gab es in weiteren empirischen Untersuchungen keinen positiven Effekt der Zeichenaufgabe. Auch die aus der Forschung zu metakognitiven Lernprozessen bekannten Moderatoren wie z.B. die Verzögerung der generativen Aufgabe erwiesen sich in diesem Zusammenhang als bedeutungslos. Die Qualität der angefertigten Zeichnungen korrelierte aber bedeutsam mit dem Lernerfolg und bestätigt damit die Rolle des Zeichnens als effektive Lernstrategie.

Kooperationen

Dr. Alexander Eitel, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg , Institut für Psychologie

Publikationen

Schleinschok, K., Eitel, A., & Scheiter, K(2017). Do drawing tasks improve monitoring and control during learning from text? Learning and Instruction, 51, 10-25. https://dx.doi.org/10.1016/j.learninstruc.2017.02.002