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Projekt

Visuelle Wahrnehmung von Handlungen: Einfluss der zeitlichen Struktur

Arbeitsgruppe Realitätsnahe Darstellungen
Laufzeit 11/2013 - offen
Förderung Hausmittel IWM
Projektbeschreibung

Wenn Menschen visuelle Ereignisverläufe im Alltag beobachten, verarbeiten sie diese nicht als kontinuierlichen Strom. Vielmehr teilen sie einen Ereignisverlauf bereits bei der Wahrnehmung in sinnvolle Abschnitte ein. Medien nutzen diesen Effekt und präsentieren häufig nur Ausschnitte aus einem Geschehen, anstatt einen Ereignisverlauf kontinuierlich darzustellen. Das Projekt untersucht, wie sich verschiedene Darstellungen von Handlungsabläufen auf die Wahrnehmung und die kognitive Verarbeitung der Zuschauenden auswirken.

 

Das Projekt interessiert sich zum einen für die "erzählte Zeit", damit ist der Inhalt gemeint, der visuell dargestellt werden soll. Dazu wird untersucht, ob Ausschnitte aus Handlungen stellvertretend für längere Ereignisabläufe verarbeitet werden. Den Versuchspersonen werden Filmclips präsentiert, in denen Alltagshandlungen von Einzelpersonen dargestellt werden. Die Filmclips arbeiten mit dem Stilmittel der Ellipse, d.h. es werden Zeitausschnitte im Handlungsverlauf übersprungen und nicht visuell dargestellt. Wie verstehen die Versuchspersonen diese Geschehensverläufe? Werden die dargestellten Szenen trotzdem als ein kontinuierliches und kohärentes Geschehen verarbeitet?


Zum anderen betrachtet das Projekt die "Erzählzeit". Dabei wird geprüft, ob sich diese elliptischen Zeitstrukturen auch auf die Wahrnehmung des Filmes selbst auswirken. Wie werden Filme wahrgenommen, die mehr oder weniger große Zeitsprünge machen? Beeinflussen die Zeitlücken z. B. auch das Erzähltempo des Films oder die kognitive Belastung während des Anschauens? Das Projekt untersucht zum einen die kognitive Verarbeitung von Geschehensverläufen im Alltag. Die Ergebnisse des Projekts dienen aber auch der Analyse und Produktion von visuellen Darstellungen dynamischer Geschehensverläufe z. B. in Lehrfilmen.