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Projekt

Adaptive Blickbewegungsmodellierung von Strategien

ArbeitsgruppeMultiple Repräsentationen
Laufzeit01/2013–12/2016
FörderungLeibniz-WissenschaftsCampus Tübingen
Projektbeschreibung

Im Fokus des Projekts stand die Frage, inwieweit multimediales Lernen durch Modellierung lernförderlicher Informationsverarbeitungsstrategien sowie durch adaptive Informationsdarbietung gefördert werden kann. Hierzu wurde untersucht, inwieweit eine videobasierte oder adaptive Darbietung von lernförderlichen Informationsverarbeitungsstrategien geeignet ist, Lernenden diese zu vermitteln. Die Ergebnisse aus diesem Projekt sind überall dort von Relevanz, wo Texte und Bilder zur Wissensvermittlung eingesetzt werden (z.B. Schule oder Hochschule).

Ausgangspunkt für das Projekt waren empirische Untersuchungen, die zeigen, dass Lernende häufig nicht in der Lage sind, essentielle kognitive Informationsverarbeitungsstrategien beim multimedialen Lernen anzuwenden. Daher wurden im Projekt die mit der Anwendung von Informationsverarbeitungsstrategien assoziierten kognitiven Prozesse durch die Darbietung von Blickbewegungen sichtbar gemacht. Es wurde davon ausgegangen, dass aus dem Blickverhalten die zugrundeliegenden kognitiven Verarbeitungsprozesse erschlossen werden können. Daher wurden Lernenden aufgezeichnete Blickbewegungen von Experten auf Lernmaterial präsentiert, d.h. die Informationsverarbeitungsstrategien der Experten wurden mit Hilfe ihrer Blickbewegungen modelliert und Lernenden in Form von Videos dargeboten. Dies sollte zum einen unmittelbar den Lernerfolg erhöhen und zum anderen langfristig die Internalisierung effektiver Verarbeitungsstrategien bewirken, um sie auf neue Lerninhalte anzuwenden. Neben der generellen Effektivität solcher Blickbewegungsmodellierungen wurden in einem Dissertationsprojekt auch ihre Wirkmechanismen untersucht. Zusätzlich wurde der Frage nachgegangen, inwiefern multimediales Lernen durch eine automatisch an das Lerner-Blickverhalten angepasste Informationsdarbietung verbessert werden kann.

Die Ergebnisse aus dem Projekt zeigen, dass Lernende von Blickbewegungsmodellierung für ihr Lernen mit multimedialem Lernmaterial profitieren können. Allerdings zeigte sich auch, dass es Faktoren gibt, die die Effektivität der modellierten Blickbewegungsstrategien moderieren (z. B. Vorwissen). Für die adaptive Informationsdarbietung zeigte sich ebenfalls, dass sie hilfreich für das Lernen mit multiplen Repräsentationen sein kann, jedoch ihre Effektivität ebenfalls durch Faktoren wie beispielsweise das Vorwissen der Lernenden moderiert wird.

Kooperationen

Institut für Psychologie, Universität Freiburg

Institut für Medien in der Bildung, Pädagogische Hochschule Freiburg

Hochschule der Medien, Stuttgart