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Projekt

Die Auswirkung von Diskrepanzen zwischen einem Historienbild und historischer Evidenz auf die kognitive Verarbeitung

ArbeitsgruppeRealitätsnahe Darstellungen
Laufzeit08/2017 - offen
FörderungIWM Haushaltsmittel
Projektbeschreibung

Museumsbesucherinnen und -besucher tendieren dazu, Bilder als wahrheitsgemäße Informationsquelle für das dargestellte Ereignis zu betrachten. Bilder weichen aber oft von der Wirklichkeit ab, weshalb eine tiefere, de- und rekonstruierende Auseinandersetzung erforderlich ist. Dieses Dissertationsprojekt untersucht Effekte einer Benennung von Diskrepanzen zwischen Historienbild und historischer Evidenz auf die Bildbetrachtung.


Auf Basis des „Models of Narrative Engagement“ (Busselle & Bilandzic, 2008) wird erwartet, dass Betrachtende durch die Benennung von Diskrepanzen zwischen Bild und historischem Ereignis weniger in das damalige Ereignis hineinversetzt werden, was eine kritische Auseinandersetzung mit der konstruierten Wirklichkeit des Bildes ermöglichen soll. Auf der Basis des Rahmenmodells multipler Dokumente wird erwartet, dass die Benennung von Diskrepanzen Auswirkungen auf die kognitive Verarbeitung der Informationen von Quelle und Bild, die Bewertung der Glaubwürdigkeit und das Erinnern von Bildinformation hat. Untersucht werden dabei kognitive Prozesse durch die Verwendung von Eye-tracking. Mittels Wissenstests und Selbstbericht werden der daraus resultierende Wissenserwerb und die Bewertung des Bildes durch die Betrachtenden erfasst. Aus den Ergebnissen des Projekts können Empfehlungen für die Gestaltung von bildbegleitenden Audiotexten abgeleitet werden, wie sie beispielsweise in historischen und kunsthistorischen Museen eingesetzt werden.