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Forschung

Wissensmedien und Wissensprozesse in einer digitalen Gesellschaft

Wissen und der kompetente Umgang damit sind ein zentraler Erfolgsfaktor der Industrienationen. Wissen bildet aber nicht nur einen wichtigen Wirtschaftsfaktor, sondern ist auch die Voraussetzung für eine mündige Teilhabe an sozialen, gesellschaftlichen und politischen Prozessen und Entscheidungen.


Aus psychologischer Sicht geht Wissen mit einer Vielzahl von Prozessen einher. Neben dem Lehren und Lernen, d.h. der Vermittlung und dem Erwerb von Wissen, spielt auch die Schaffung bzw. Konstruktion von neuem Wissen, der interpersonale Austausch von Wissen oder die Anwendung von Wissen eine Rolle.


Das IWM betrachtet Wissensprozesse primär unter der Perspektive der Informationsverarbeitung des einzelnen Menschen und der Kommunikation zwischen Menschen. Folgende prototypische Forschungsfragen prägen unsere Arbeit:


  • Welche Voraussetzungen und Kompetenzen sind für die erfolgreiche Nutzung digitaler Medien für Wissensprozesse nötig und wie können sie vermittelt werden?
  • Wie wirkt sich eine veränderte kognitive „Arbeitsteilung“ zwischen Mensch und digitalen Werkzeugen auf Wissensprozesse aus?
  • Welche Rolle spielen innovative kognitive Schnittstellen für Wissensprozesse?
  • Wie beeinflussen soziale und motivationale Faktoren den Wissensaustausch und die Wissensnutzung mit digitalen Medien?
  • Wie wird Wissen in einer Gruppe von Menschen gemeinsam konstruiert?



Grundprinzipien

Bei der Beantwortung dieser Fragen leiten folgende Grundprinzipien unsere Arbeit:

Integration von Theorie, Technik und Thematik

Forschungsprojekte am IWM bewegen sich im Schnittfeld der drei Perspektiven Theorie, Technologie und inhaltliche Thematik.


Theorie. Theorien aus Psychologie, Kommunikations- und Neurowissenschaft sagen Prozesse der Informationsverarbeitung vorher. Diese Theorien werden am IWM, geprüft, weiterentwickelt und angewendet, um differenziertere Erkenntnisse über Prozesse der wissensbezogenen Mediennutzung zu gewinnen.


Technologie. Das IWM untersucht, welche positiven unterstützenden, aber auch welche hinderlichen Einflüsse Technologie auf Wissenserwerb und -austausch hat.


Thematik. Lern- und Wissensprozesse sind nicht unabhängig vom Inhaltsthema. Deshalb werden in der Forschung am IWM auch immer die Inhalts- und Kontextspezifität berücksichtigt und mit Inhalts- und Vermittlungsexperten zusammengearbeitet, wie dies nötig ist.

Methodische Vielfalt

Kennzeichnend für die Forschung des IWM ist die Vielfalt der Studiendesigns und verwendeten Methoden. Je nach Fragestellung reichen die Methoden von der experimentellen Laborforschung mit randomisierten Vergleichsgruppen über quasiexperimentelle Feldforschung mit bestehenden Gruppen wie z.B. Schulklassen, bis hin zu repräsentativen Längsschnittstudien. Dabei kommen unterschiedlichste Messmethoden zum Einsatz, z.B. Fragebogen, Wissenstests, Blickbewegungsmessungen, neurowissenschaftliche Messungen mit bildgebenden und elektrophysiologischen Verfahren, Learning Analytics, Maschine Learning oder semantische Analysen von Big Data.

Interdisziplinarität

Die Forschungsarbeit des IWM ist stark durch interdisziplinäre Kooperationen gekennzeichnet. Wo Technologie und Themen es nahelegen, bestehen Kooperationen mit Partnern aus Informatik, Fachdidaktik, Empirischer Bildungsforschung, Medienwissenschaft, Medizin oder anderen Disziplinen. Besonders enge Kooperationen bestehen zu Forschern der Tübinger Universität durch die Zusammenarbeit im Leibniz-WissenschaftsCampus , in LEAD (Graduiertenschule im Rahmen der Exzellenzinitiative Tübingen) und in der Tübinger School of Education (TüSe).