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Projekt

Die Auswirkungen von interpersonaler Achtsamkeit auf Gruppenentscheidungsprozesse

ArbeitsgruppeSoziale Prozesse
Laufzeit07/2013–03/2017
FörderungIWM-Haushaltsmittel
Projektbeschreibung

Weitreichende Entscheidungen oder komplexe Problemstellungen erfordern in der Regel die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Experten. Teams werden gebildet, wenn Anforderungen die Leistungsmöglichkeit des Einzelnen übersteigen. Wie kann jedoch sichergestellt werden, dass Teams Informationen unvoreingenommen austauschen und Wissen voneinander integrieren?


Teams in Organisationen und Gruppen im Labor bleiben oft unter ihren Möglichkeiten. Informationen werden häufig nur unzureichend ausgetauscht. Der Austausch von Informationen ist entweder egozentrisch verzerrt (d.h. eigene Informationen werden als wichtiger erachtet als Informationen anderer) oder es werden Mehrheitsentscheidungen getroffen (d.h. es wird über Meinungen abgestimmt statt Informationen auszutauschen). Bessere Entscheidungen treffen Gruppen, wenn sich die Mitglieder gut kennen oder wenn die Beziehungen untereinander (z.B. Statusunterschiede) geklärt sind. In der Praxis ist ein Beziehungsaufbau, der langwierig sein kann, oft nicht möglich, da Wissen unmittelbar ausgetauscht werden muss oder die medienvermittelte Kommunikation den Beziehungsaufbau über unterschiedliche Standorte hinweg erschwert.

In diesem Forschungsprojekt wird untersucht, welche interpersonalen Voraussetzungen die Entscheidungsprozesse in Gruppen verbessern. Konkret wird dabei der Einfluss von interpersonaler Achtsamkeit (engl. "mindfulness") auf Gruppenentscheidungen untersucht. Dabei wird interpersonale Achtsamkeit als eine Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf eine interpersonale Erfahrung verstanden. Wenn sich Personen interpersonal achtsamer begegnen, sollten sie besser die Perspektive ihres Gegenübers wahrnehmen und somit bessere Entscheidungen treffen können. Ziel des Projektes ist es, die dabei beteiligten Prozesse zu verstehen und konkrete Hinweise abzuleiten, wie Kooperationsmedien optimal für Gruppenentscheidungen genutzt werden können.