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Projekt

Den Einfluss von verschwörerischem Denken verstehen und reduzieren - Das Beispiel Impfungen

ArbeitsgruppeSoziale Prozesse
Laufzeit07/2020 – 06/2023
FörderungDFG
Projektbeschreibung

Soziale Medien machen nicht nur Informationen zugänglicher, sondern fördern auch die Verbreitung von Verschwörungstheorien. Ein Bereich, in dem Verschwörungstheorien negative Folgen zugeschrieben werden, ist das Impfen. Die Ansteckungsraten von Krankheiten wie Masern und Mumps steigen heutzutage in vielen industrialisierten Ländern wieder an, was mit einem Rückgang von Impfungen in Verbindung gebracht wird. Dieser wird durch zunehmenden Aktivismus gegen das Impfen begünstigt, welcher häufig auf verschwörungstheoretischen Gedanken beruht. In diesem Projekt wird untersucht, welchen Einfluss der Glaube an Verschwörungstheorien im Kontext von Impfungen hat und wie man diesem entgegenwirken kann.


Häufig genannte Vorbehalte gegenüber Impfungen bestehen in deren möglichen negativen gesundheitlichen Folgen sowie der Vermutung, dass diese negativen Auswirkungen von der Pharmaindustrie aufgrund von deren wirtschaftlichem Interesse verheimlicht werden. Solche und ähnliche Erklärungen spiegeln eine sogenannte Verschwörungsmentalität wider, welche eine entscheidende Rolle bei der Ablehnung von Impfungen spielt. Bisher ist jedoch wenig über die exakten Mechanismen bekannt, welche zu Anti-Impfeinstellungen unter Verschwörungsgläubigen beitragen.


In diesem Projekt wird daher untersucht, unter welchen Bedingungen und über welche Mechanismen sich Verschwörungsglaube auf die Impfbereitschaft auswirkt. Ein besonderer Fokus wird hierbei auf Faktoren gelegt, die bereits mit Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht wurden (bspw. die Ablehnung gesellschaftlicher Normen, vgl. Projekt „Der Glaube an Verschwörungstheorien und sozialer Einfluss“). Weiterhin soll der Frage nachgegangen werden, warum Verschwörungsgläubige weniger empfänglich für positive Kommunikation über das Impfen, bspw. im Rahmen von staatlichen Informationskampagnen, sind. In diesem Zusammenhang sollen das Vertrauen in die Kommunikationsquelle sowie konfirmatorische Verarbeitungsprozesse näher betrachtet werden.

Kooperationen

Prof. Dr. Matthew Hornsey, The University of Queensland, Australien

projektkontakt

Dr. Kevin Winter Dr. Kevin Winter
Tel.: +49 7071 979-206