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Projekt

Der Einfluss gesprochener Texte auf die kognitive Verarbeitung komplexer bildlicher Darstellungen

ArbeitsgruppeRealitätsnahe Darstellungen
Laufzeit08/2017–08/2020
FörderungDeutsche Forschungsgemeinschaft
Projektbeschreibung

Das DFG-Projekt  untersucht den Einfluss auditiver Informationstexte auf die kognitiven Prozesse bei der Verarbeitung von Kunstwerken, wie sie in TV-Dokumentationen oder in Museen und Ausstellungen präsentiert werden.


Auf der Grundlage von Modellen des multimedialen Lernens und allgemeinpsychologischen Befunden zur Bild- und Szenenwahrnehmung beschäftigt sich das Projekt mit dem Einfluss von begleitenden Audiotexten auf die Wahrnehmung und Verarbeitung von komplexen Bildinhalten und die damit verbundenen Wissenserwerbsprozesse. In vier Laborexperimenten wird der Einfluss von Audiotexten überprüft: Inwieweit reduzieren sie gezielt die Deutungsoffenheit von Bildern? Inwieweit fördern sie die Wahrnehmung und Verarbeitung vernachlässigter Bildelemente? Inwieweit verknüpfen sie Bildelemente gezielt perzeptuell und kognitiv? Inwieweit tragen sie zur dualen Kodierung der Bildinhalte bei? Gegenstand bilden komplexe und detailreiche Gemälde zu geschichtlichen Ereignissen, die typischerweise zur Vermittlung historischen Wissens eingesetzt werden. Die Studien sollen Aufschluss geben über denEinfluss von auditiven Introtexten, der Nennung von salienten und nicht salienten Bildelementen, der Nennung von Bildelement-Relationen sowie der textuellen Strukturierung auf die Aufmerksamkeitslenkung (gaze coherence, Fixationszeiten, Anzahl Transitionen, erhoben mittels Eyetracking) und den Wissenserwerb (freier visueller Abruf, Text-Bildverknüpfung, Transfer, gedächtnisbezogene interindividuelle Übereinstimmung). Ergänzend zu diesem Projekt werden weitere Studien durchgeführt, die neben der Gestaltung von Audiotexten auch den Einfluss visueller Gestaltungsmittel hinsichtlich der Verarbeitung von Kunstwerken untersuchen. Dabei spielen beispielsweise cinematografische Techniken wie Kamerazooms und -schwenks sowie Cueing-Techniken aus der Multimediaforschung eine Rolle.