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Projekt

Intuitive und personalisierte Besucherinformation im Museum mit interaktiven Displays: Kontextualisiert – Multimedial – Kollaborativ (EyeVisit)

Arbeitsgruppen Wissenserwerb mit Hypermedia, Wissenserwerb mit Cybermedia, Wissenserwerb mit Multimedia, Wissensaustausch

Laufzeit

Mai 2011 bis Dezember 2014

 

Förderung

Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen des Wettbewerbsfonds 2011

Projektbeschreibung

„Welche Geschichte ist in diesem Gemälde dargestellt?“, „Mit welchen Handwerkstechniken wurde dieses Objekt damals gefertigt?“, „Wer hat dieses Kunstwerk in Auftrag gegeben und warum?"

Wer kennt dies nicht, beim Museumsbesuch stellen sich viele Fragen. Fragen, die Kunstmuseen bisher vor allem durch sogenannte Audioguides beantwortet haben, die Informationen zu einzelnen Kunstwerken als gesprochenen Text bereitstellen. Die Möglichkeiten von Audioguides sind jedoch begrenzt auf verbale Informationen und die Bildauswahl ist im vorhinein von den Museumsmachern festgelegt. Damit haben Besucher keine Möglichkeiten, ihre spezifischen Interessen einzubringen. Hier können multimediale Informationsangebote – wie sie im Fokus des Projektes „EyeVisit – Intuitive und personalisierte Besucherinformation im Museum“ stehen - Abhilfe schaffen. Diese Angebote können adaptiv auf Bedürfnisse und Interessen von Besuchern eingehen und erlauben es, vielfältige Informationen anschaulich bereitzustellen. Wichtig ist dabei, dass die multimedialen Geräte für unterschiedliche Besuchergruppen intuitiv nutzbar sind, d.h. dass sie ohne komplizierte oder erklärungsbedürftige Bedienelemente auskommen. Ein besonders hohes Ausmaß an intuitiver Bedienbarkeit bieten interaktive Displays, wie sie in Smartphones oder Multi-Touch-Tischen zum Einsatz kommen. Auf diesen Displays können bildliche Repräsentationen analog zum Umgang mit realen Gegenständen durch intuitive Gesten wie Drehen, Schieben oder Großziehen gesteuert werden.

Abbildung 1
Kernkonzept des Besucherinformationssystems EyeVisit: Eine Kombination von iPhones mit einem kollaborativ nutzbaren Multi-Touch-Tisch

Das Herzstück des Projekts besteht daher aus der Kombination eines großen kollaborativ nutzbaren Multi-Touch-Tisches mit individuell verwendbaren iPhones (siehe Abbildung). Projektziel ist es, diese Kombination so zu gestalten, dass der Besucher vor, während oder im Anschluss an den Ausstellungsbesuch vertiefende Exponatinformationen entsprechend seiner spezifischen Interessensgebiete abrufen kann. Beispielsweise soll ihm die Möglichkeit gegeben werden, sich zu Beginn des Ausstellungsbesuchs am Multi-Touch-Tisch einen Überblick über Exponate zu verschaffen und sich eine personalisierte Führung für das iPhone zusammenzustellen (Anwendung EyeGuide). Während des Ausstellungsbesuchs soll der Besucher ihn besonders interessierende Exponate mit dem iPhone markieren können, um im Anschluss an die Ausstellung vertiefende Informationen dazu auf dem Tisch zu explorieren, beispielsweise andere Kunstwerke des gleichen Künstlers (Anwendung Fundstücke). Eine dritte Applikation (EyeVideo) soll es erlauben, Exponate mit dem iPhone zu fotografieren oder zu filmen und diese Materialien dann am Tisch mit anderen Informationen kollaborativ weiter zu verarbeiten, z.B. im Rahmen einer Präsentationsgestaltung für Schulklassen.

Mit dem Projekt „EyeVisit“ werden psychologische Forschungsergebnisse und –methoden des Instituts für Wissensmedien (IWM) mit technologischen Entwicklungsergebnissen des Wilhelm-Schickard-Instituts für Informatik der Universität Tübingen (WSI) verknüpft und für ein realistisches Anwendungsszenario nutzbar gemacht. Das Vorhaben dient damit einem problemorientierten und nachhaltigen Wissens- und Technologietransfer an der Schnittstelle zwischen innovativen Medientechnologien und wissens-, lern- und motivationspsychologischen Analysen musealer Informationsszenarien.

Kooperationen