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Projekt

Entwicklung räumlich-numerischer Fähigkeiten bei Kindergartenkindern

Arbeitsgruppe Wissenskonstruktion

Laufzeit

März 2013 - Februar 2014

Förderung

Haushaltsmittel IWM

Projektbeschreibung

Assoziationen zwischen Zahlen und Raum (in Form von schnelleren Reaktionen auf kleine Zahlen auf der linken Seite und auf großen Zahlen auf der rechten Seite des Raumes) wurden ursprünglich hauptsächlich bei erwachsenen Probanden oder Schulkindern untersucht. Es wurde angenommen, dass räumlich-numerische Assoziationen sich während der Schulzeit entwickeln und ihre Richtung durch das Lesen lernen zustande kommt.
Jüngere Studien fanden jedoch räumlich-numerische Assoziationen bereits vor dem Schuleintritt. Da bislang nur wenige solcher Studien existieren, bleiben viele Fragen zur Beschaffenheit und Entwicklung früher räumlich-numerischer Assoziationen offen. In diesem Projekt wollen wir basale Eigenschaften räumlich-numerischer Assoziationen durch zwei Maße numerischer Verarbeitung untersuchen: Approximative Mengenschätzung (Mengenpaare können schneller verglichen werden wenn die kleine Menge auf der linken und die große Menge auf der rechten Seite dargeboten wird) und verbales Zählen (Zählen von Objekten von links nach rechts).
In der ersten Studie wurde untersucht, ob diese zwei Maße zusammenhängen. Es wäre durchaus vorstellbar, dass beide auf unterschiedlichen Zahlenrepräsentationen aufbauen, nämlich einer ordinalen Repräsentation von Zahlwörtern oder einer approximativen Repräsentation nonverbaler Mengen. Daher könnten die beiden Maße unterschiedliche räumlich-numerische Assoziationen abbilden.
In der zweiten Studie wird untersucht, ob die Tendenz für das Zählen von links nach rechts vom körperbezogenen räumlichen Bezugsrahmen abhängt. Bei Kindern, die noch keine stabilen links-rechts Assoziationen entwickelt haben, kann die Zählrichtung durch nicht numerische situationelle Faktoren moduliert werden. Einen solchen Faktor könnte die Hand darstellen, die zum Zählen benutzt wird (so ist es mit der rechten Hand leichter, von rechts nach links zu zählen als von links nach rechts). Unsere vorherigen Befunde zeigen erste Hinweise für eine solche Modulation. Ein weiterer Faktor von Interesse ist die Art der Stimulusdarbietung. Wir nehmen an, dass die verbale Zählrichtung beeinflusst werden kann, und möchten hierfür eine Präsentation von Stimuli im peripersonalen Raum in Kombination mit eine traditionellen Zählaufgabe (Zählen mit dem Finger) mit einer weiter entfernten Stimulusprojektion und einer Eingabe mit Laserpointer oder Ganzkörperbewegung vergleichen.