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Projekt

Der Obersalzberg aus Besuchersicht: Kognitive Wirkung eines historischen Ortes und seiner propagandistischen Inszenierung in der NS-Zeit

ArbeitsgruppeRealitätsnahe Darstellungen

Multimodale Interaktion

Soziale Prozesse
Laufzeit06/2016 - offen
FörderungLütjen-Drecoll Stiftung, IWM-Haushaltsmittel
Projektbeschreibung

Im Projekt „Der Obersalzberg aus Besuchersicht“ werden zwei Fragen untersucht: Wie können Propagandabilder dekonstruiert werden? Und wie wirkt sich das Bewusstsein, sich an einem historischen Ort mit hohem Bezug zur NS-Geschichte zu befinden, auf die Wahrnehmung, die Beurteilung und die Verarbeitung von assoziierten Bildern aus? Es besteht eine Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte (Dokumentation Obersalzberg). Die empirischen Befunde sollen in das Praxisfeld Museum einfließen.


Erinnerungsorte mit historischem Bezug zur nationalsozialistischen (NS) Vergangenheit haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen enormen Bedeutungsanstieg erlebt. Der Obersalzberg als ein zentraler politischer Ort der NS-Herrschaft und Kulisse der NS-Propaganda ist heute Dokumentationszentrum und Lernort für historisch-politische Bildung mit internationaler Reichweite. Das Projekt gliedert sich in zwei Themenblöcke: die Dekonstruktion von Propaganda und die Wirkung historischer Orte.
In einer ersten Laborstudie zeigte sich bereits, dass Vorinformationen zu den Verbrechen der NS-Zeit sowie das Bewusstsein, sich an einem solchen Tatort zu befinden, einen negativen Einfluss auf die persönliche Stimmung der Befragten haben. Die negative Stimmung sagte in einem nächsten Schritt vorher, dass assoziierte Bilder negativer beurteilt wurden. In dem Projekt werden sowohl Feldstudien direkt in der Dokumentation Obersalzberg als auch Laborstudien im Leibniz-Institut für Wissensmedien durchgeführt. Dabei kommt ein breites Spektrum an objektiven (computerbasierte Sprachanalysen, Eye-tracking) und subjektiven Messmethoden (Fragebögen, Rating-Skalen) zum Einsatz. Methoden zur Dekonstruktion von Propagandabildern werden zudem in virtuellen Realitäten und mit Multi-Touch-Oberflächen beforscht.
Die empirischen Befunde sollen zum einen eine Basis für weitere psychologische Forschung über die Wirkung historischer Orte bilden und zum anderen in die Gestaltung der neuen Dauerausstellung der Dokumentation Obersalzberg einfließen.

Kooperationen

Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ), Dokumentation Obersalzberg