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Projekt

Interaktiver Visitetisch – Ein kognitives Interface für die Integration multipler Dokumente in medizinischen Team-Besprechungen

ArbeitsgruppeMultimodale Interaktion
Laufzeit07/2017–12/2019
FörderungLeibniz-WissenschaftsCampus „Cognitive Interfaces”
Projektbeschreibung

Mediziner nutzen bei der täglichen Visite zahlreiche Dokumente über den Patienten, um ihn oder sie bestmöglich zu behandeln. Dabei werden sie von medizinischen Informationssystemen unterstützt, die allerdings nicht dafür optimiert sind, verschiedene Informationsquellen in ein stimmiges Gesamtbild zu integrieren. Ziel des Projektes ist deshalb die Entwicklung und Implementierung eines neuen kognitiven Interface, das Ärztinnen und Ärzte in ihren kognitiven Prozessen beim Lesen, Bewerten und Integrieren multipler Dokumente bei der Visite unterstützt.

Simultane Präsentation multipler Dokumente
Beispiel-Screenshot des Interface: Simultane Präsentation multipler Dokumente, deren Größe und Position frei verändert werden kann, die gleichzeitig aber immer auf der zoombaren Timeline zugeordnet bleiben.

Die Vorbereitung der täglichen Visite ist eine herausfordernde Aufgabe für jedes Ärzteteam: Zahlreiche verschiedene Dokumente wie Indikationen, Laborbefunde, Berichte, Arztbriefe, Radiologieaufnahmen, etc. müssen in die Entscheidungen bezüglich Diagnosen und Behandlungen eines jeden Patienten miteinbezogen werden. Medizinische Informationssysteme spielen eine zentrale Rolle in diesem Prozess. Sie bieten Zugriff auf hunderte medizinische Dokumente. Allerdings können in der für jeden Patienten zur Verfügung stehenden Zeit nur wenige Dokumente berücksichtigt werden. Typischerweise können medizinische Informationssysteme jedoch relevante nicht von irrelevanten Dokumenten trennen oder verschiedene Informationsquellen in ein stimmiges Gesamtbild integrieren. Konkret soll ein interaktives Multi-Touch-Tisch Interface entwickelt werden, auf dem mehrere Dokumente simultan präsentiert und verglichen werden können.


Dadurch sollen die zur Stellung einer korrekten Diagnose oder einer Behandlungsentscheidung nötige Zeit und die erforderlichen kognitive Ressourcen der Medizinerinnen und Mediziner reduziert werden. Da das System als Multi-User-Anwendung implementiert wird und durch intuitive Gesten wie Drehen, Schieben oder Großziehen gesteuert werden kann, bietet es auch die Möglichkeit, Gruppendiskussionen während der Visitenvorbereitung zu unterstützen. Die zentralen Elemente des kognitiven Interface und diesbezügliche Annahmen werden in drei Laborstudien getestet. Zusätzlich wird der neue Prototyp im Rahmen einer Usability-Studie mit dem momentan am Universitätsklinikum Tübingen im Einsatz befindlichen Standardsystem verglichen.

Kooperationen

Prof. Dr. med. Michael Bitzer, Medizinische Klinik Tübingen