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Alltagsmedien

Im Alltag spielen (mobile) Medien eine zunehmend wichtigere Rolle. Viele Menschen sind fast ständig online: Sie nutzen soziale Medien, hören Podcasts, nehmen an Videokonferenzen teil oder benutzen sprachbasierte Agenten wie Alexa. Die Arbeitsgruppe Alltagsmedien untersucht, wie digitale Medien Wissensprozesse im privaten und beruflichen Alltag beeinflussen.


Die Arbeitsgruppe erforscht beispielsweise, wie YouTube-Videos oder Podcasts für Antworten auf Wissensfragen und Wissenserwerb generell genutzt werden. Insbesondere interessiert sich die Arbeitsgruppe für die Frage, inwieweit parasoziale Beziehungen mit Medienpersonen (d. h. asymmetrische Beziehungen) diese Prozesse beeinflussen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Interaktion mit sprachbasierten Agenten wie Chatbots.


Da Algorithmen bei Alltagsmedien immer bedeutender werden, da sie z. B. beeinflussen, welche Nachrichten in Newsfeeds auf sozialen Medien angezeigt werden, untersucht die Arbeitsgruppe auch, unter welchen Bedingungen algorithmische Entscheidungen akzeptiert werden.


Insbesondere seit der Corona-Pandemie gehören mobile und hybride Arbeitsformen für viele Menschen zum (beruflichen) Alltag. Die Arbeitsgruppe untersucht z. B., unter welchen Umständen Videokonferenzen positive Auswirkungen für den einzelnen Nutzenden und die Gruppe haben. Daneben fokussiert sie auf die Effekte der berufsbezogenen Social Media Nutzung. Dabei kombiniert sie Experimente mit längsschnittlichen Fragebogenstudien. Diese Forschungsergebnisse sind für das Praxisfeld Wissensarbeit mit digitalen Medien relevant.

                                       

Projekte

Automatisierte Interaktion mit Konsumenten

Durch innovative Technologien, die auf künstlicher Intelligenz basieren, treten Organisationen mit ihren Konsumentinnen und Konsumenten zunehmend automatisiert in Kontakt. In diesem Projekt wird untersucht, wie Nutzende automatisierte Interaktionen mit Dialogsystemen („Chatbots“), aber auch mit Bots, die in sozialen Medien Informationen verbreiten, wahrnehmen. Dabei geht es vor allem um die Frage, inwieweit Faktoren wie menschenähnliche Eigenschaften und kommunikatives Verhalten von Chatbots die Akzeptanz der Interaktion und die Leistung der Nutzenden beeinflussen.  

digilog@bw - Digitalisierung im Dialog: KI-gestützte Sprachassistenten als Informationsquelle

KI-gestützte Sprachassistenten wie Alexa haben sich rasant verbreitet und nehmen eine immer bedeutendere Rolle im Alltag vieler Nutzenden ein. Diese können per Sprache auf vielfältige Anwendungen zugreifen. Auch für die Informationssuche, in Form von Wissensfragen oder Nachrichten, werden die Assistenten zunehmend eingesetzt und stellen damit eine Alternative zur konventionellen bildschirmorientierten Suchmaschine dar. Das Projekt widmet sich der Frage, wie sich Sprachassistenten auf die Informationssuche und -bewertung auswirken.

Einsatz von Medien zur Bewältigung der SARS-CoV-2-Pandemie

Die SARS-CoV-2 Pandemie hat das Leben vieler Menschen einschneidend verändert und Unsicherheit, Stress und Angst verursacht. In diesem Projekt wird untersucht, wie Personen soziale Medien, Podcasts, Nachrichten und Unterhaltungsangebote nutzen, um mit diesen Gefühlen umzugehen. Wir fokussieren darüber hinaus, wie die Mediennutzung mit einer erfolgreichen Bewältigung zusammenhängt, und auch, wie die Mediennutzung mit Wissen und empfehlungs-konformen Verhalten zusammenhängt.

Fear of Missing Out in Demokratisierten Kapitalmärkten: Potentielle Risiken für Kryptowährungs- und NFT-Investoren

In den letzten Jahren haben technologie-basierte Finanzprodukte (z.B. Kryptowährungen) Einzug in die Kapitalportfolios von professionellen Anlageberatern und, über das Smartphone, auch in die von privaten Kleinanlegern gehalten. In diesem Projekt wird untersucht, wie sich Informationen in Sozialen Medien durch die sogenannte Fear of Missing Out (FOMO) auf das Investmentverhalten von privaten Kleinanlegern auswirken und mit welchen Maßnahmen man diese Investoren vor finanziellem Risiko schützen kann.

Informelles Lernen mit YouTube

Die Video-Sharing-Plattform YouTube ist mittlerweile die zweitgrößte Suchmaschine. „How to...“-Videos gibt es zu fast jedem Thema – von Make-up-Tipps über Lösungen für Software-Probleme bis hin zur Reparatur von Waschmaschinen. Diese Videos bieten einen einfachen und günstigen Zugang zu Lernangeboten. Wie häufig werden diese Videos für informelles Lernen verwendet, und welche Rolle spielt der Protagonist/die Protagonistin?

Moral in Sozialen Medien

In einer zunehmend digitalen Gesellschaft spielen Akteure in Soziale Medien (z.B. Unternehmen, Institutionen und Freunde) als Informationsquellen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Wissen, das moralische und normative Entscheidungen lenken kann. In diesem Projekt wird untersucht, wie sich Informationen, die in Sozialen Medien kommuniziert werden, auf die moralischen Grundstrukturen und somit auf ethische Entscheidungen von Nutzer*innen auswirken und welche Prozesse hier eine Rolle spielen.

Vertrauen und Sportkonsum

Krisen sind im Sport häufig, seien es Dopingfälle oder auch schlechte Leistungen. Wie beeinflussen solche Krisen das Vertrauen in Sportlerinnen und Sportler und letztendlich auch die Nachfrage nach Sportveranstaltungen? Die meisten Profi-Sportlerinnen und -sportler und Teams verfügen mittlerweile über Profile auf sozialen Medien wie Facebook oder Instagram. Führen diese direkteren Interaktionen (Kommentare, Likes) zu einer stärkeren Bindung, und können sie die negativen Effekte einer Krise abfedern?

Virtuelle Treffen in Alltag, Studium und Beruf – Auswirkungen und Erfolgsfaktoren

Mit dem Beginn der SARS-CoV-2 Pandemie wurden viele Treffen in Alltag, Schule, Studium und Beruf in den virtuellen Raum verlegt. In diesem Projekt werden anhand einer Reihe von Experimenten und Fragebogenstudien die Auswirkungen und Erfolgsfaktoren virtueller Treffen untersucht. Im speziellen Fokus der Untersuchungen steht unter anderem die individuelle Nutzung der Kamera bei Videokonferenzen und deren positive und negative Auswirkungen.

Visuelle Analyse von Kontext (Ver-)Änderungen in Social-Media-Beiträgen

Mit der Verbreitung und Verfügbarkeit sozialer Medien verändern sich Kommunikationsmuster stark. Dies betrifft nicht allein Meldungen aus den sozialen Medien selbst, auch Journalisten nutzen soziale Medien direkt oder indirekt, allein schon um mit der Schnelligkeit dieser neuen Verbreitungskanäle Schritt halten zu können.

Vorteile der beruflichen Nutzung sozialer Medien

Mehr als eine halbe Milliarde Menschen weltweit nutzen berufliche soziale Online-Netzwerke wie LinkedIn und Xing, insbesondere im Bereich der Wissensarbeit. Das Ziel des DFG-geförderten Projektes ist es, mehr darüber zu lernen, welche positiven Effekte die Nutzung sozialer Online-Netzwerke für Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeiter hat.

Abgeschlossene Projekte

Abschlussarbeiten

Die Arbeitsgruppe Alltagsmedien erforscht, wie soziale und mobile Medien für informelle Wissensprozesse genutzt werden – das reicht von Lernen mit „How to“-Videos auf YouTube über Podcasts von Virolog*innen zu Interaktionen mit Alexa. Der Fokus liegt dabei auf den sozialen Prozessen, also z.B. der parasozialen Beziehung mit den Protagonist*innen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Frage nach der moralischen Verantwortung, die verschiedene Akteure (z.B. Unternehmen, Privatpersonen und Personen des öffentlichen Lebens) in einer digitalen Gesellschaft tragen. Eine Beispielfrage wäre: Wie konstruieren Nutzer*innen sozialer Medien ihre eigenen ethischen Grundwerte basierend auf sozialer Information, die sie über ihre Netzwerke erhalten? Daneben beschäftigen wir uns auch mit der Akzeptanz von Algorithmen. Generell sind wir auch offen für eigene Ideen von Studierenden, die unter das Thema informelles Lernen mit sozialen Medien fallen. 
Ihre Ansprechpartnerin ist: Frau Prof. Dr. Sonja Utz